Mein Baby hört nicht auf zu schreien! – Meckys Fragebox

Bild: Babyschreien kann Eltern regelrecht quälen. (Quelle: TaniaVdB auf pixabay)

Anna (28), 1. Kind (3 Monate), fragt:

Hallo Mecky,

unsere Tochter Pia ist jetzt drei Monate alt. Eigentlich ist sie ein recht unkompliziertes Kind, nur zum Abend hin macht Pia ein unglaubliches Theater. Sie liegt bei mir im Arm und schreit wie am Spieß. Ich gehe dann mit ihr auf und ab und versuche, beruhigend auf sie einzuwirken, es hilft nichts, sie schreit weiter. Dann biete ich ihr die Brust an, weil ich denke, dass sie vielleicht Hunger hat. Oft trinkt sie dann ein paar Schlückchen und schläft auf meinem Arm ein. Lege ich sie dann vorsichtig in ihr Bett, schreckt sie schreiend auf. Dann wechsel ich die Windeln oder singe ihr vor. NICHTS HILFT. Wenn meine Nerven blank liegen, übernimmt mein Mann das Kind. Aber weder das Hüpfen auf einem großen Ball noch Autofahren helfen wirklich. Nach kurzer Beruhigung schreit Pia noch lauter. Letzte Woche war ich so wütend, dass ich die Kleine angeschrien habe. Danach konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich so ein schlechtes Gewissen hatte. Wenn ich doch nur wüßte, wie ich ihr helfen könnte.

Mecky antwortet:

Liebe Anna,

leider ist Schreien die einzige Möglichkeit des Kindes, Dir mitzuteilen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Obwohl Dein Kind viele Gründe haben kann, warum es weint, hört sich das Schreien fast immer gleich an. Herauszufinden, was dem Kind fehlt, ist oft sehr schwierig. Wie Du es schon richtig machst, kann man nur nach und nach die Ursachen ausschließen.

Wer nur ein paar Schlückchen trinkt, hat keinen Hunger, wenn die Windel gewechselt ist, ist auch das nicht das Problem usw.

Oft ist es so, dass das Baby schon vorher Signale ausgesandt hat, die man nicht richtig verstanden hat. Ganz häufig ist dies die Müdigkeit. Müde Kinder senden unterschiedliche Signale aus. Das können Augenreiben oder Quengeln sein, aber es kann auch sein, dass Dein Kind den Blickkontakt zu Dir nicht mehr halten kann. Oft sind es Kleinigkeiten, die es herauszufinden gilt.

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Quelle: TaniaVdB auf pixabay

Wenn Dein Kind richtig müde ist, Du aber die ersten Signale nicht richtig gedeutet hast, wird es aus Protest laut und schrill schreien. Jetzt beginnst Du mit beruhigenden Maßnahmen. Stell Dir vor, Du hast einen langen Tag hinter Dir und bist sehr müde. Anstatt Dich ins Bett gehen zu lassen, fange ich an, Dir etwas vorzusingen, Dich zu schaukeln, ein Lichtmobile anzuknipsen, Dich letztendlich ins Auto zu verfrachten und Dich durch die Gegend zu fahren. Du wärst wahrscheinlich wahnsinnig genervt und würdest mich auch irgendwann anschreien.

Besser ist es,  Deine Tochter ins Bett zu legen und möglichst ruhig mit ihr zu sprechen. Setz dich neben ihr Bett und wenn sie schreit, sage ganz ruhig: ich bin da, ich höre dich. Bitte nicht zu viel reden, denn sonst hälst Du sie vom Schlafen ab. Sollte das Geschrei zwischenzeitlich zunehmen, lege Deine Hand auf ihren Kopf oder auf den Bauch und wiederhole die beiden Sätzen. Bitte das Kind nicht herausnehmen, auch nicht, wenn Du schon eine halbe Stunde am Bett sitzt und das Kind immer noch nicht schläft. Damit würdest Du ihr beibringen, dass sie nur lange genug schreien muss, um wieder auf den Arm zu kommen. Glaub mir, sie würde am nächsten Abend noch länger durchhalten. Konsequent ein paar Abende durchgezogen, führt dies häufig dazu, dass Du Dein Kind abends ins Bett legst und es sich selbst beruhigen kann.

Solltest Du noch Fragen haben, schreib mir noch einmal.

Liebe Grüße

Mecky