Babysitter in Rheine gesucht

Wie finden Eltern einen passenden Babysitter in Rheine für Ihr Kind?

Bild: Wie finden Eltern einen Babysitter in Rheine?

Endlich mal wieder gemeinsam abends ins Kino. Oder zum Friseur, ohne ständig die kleinen Langfinger und sämtliche Regale im Blick zu haben. Oder in Ruhe die Wohnung wischen, ohne gleich wieder kleine Fußabdrücke auf den halbtrockenen Fliesen zu haben. Die Wünsche, die wir Eltern mit freier Zeit verbinden, sind meist ebenso bescheiden wie wichtig. Wer nicht den Luxus hat, von der eigenen oder der Schwiegerfamilie unterstützt zu werden, sehnt sich über kurz oder lang nach einem Babysitter. Doch wie finden wir Eltern einen Babysitter in Rheine, der zuverlässig ist und gut mit unseren Kindern umgeht? Und wie bezahlt man den?

Woher bekomme ich einen Babysitter in Rheine?

Die Nichte einer Schwester der Freundin …

Menschen, die gern mit Kindern umgehen und sich als Babysitter in Rheine etwas hinzuverdienen möchten, gibt es reichlich. Das einfachste ist daher: Schaut mal in euerm Bekannten- und Verwandtenkreis, wer sich eignen könnte und Lust hätte. Das kann die Nichte einer Arbeitskollegin sein, der Enkel einer Nachbarin oder auch die ältere Dame aus dem Kirchenchor, deren eigene Enkel in München leben.

Der Vorteil: Meist kennt ihr euren zukünftigen Babysitter persönlich oder zumindest sein/ihr Umfeld und könnt die Person ganz gut einschätzen.

Die Babysitter-Kartei der FBS Rheine

In der Familienbildungsstätte Rheine, Mühlenstraße 31, liegt eine Babysitter-Kartei aus. Das ist eine Liste mit Absolventen der Babysitter-Kurse der FBS, die noch ein „Aufpasskind“ suchen. Aus Datenschutzgründen könnt ihr die Babysitter-Kartei nur in der FBS einsehen, und hier findet ihr dann Name und Kontakt der Babysitter, ihr Alter und den Stadtteil, in dem sie wohnen.

Der Vorteil: Diese Babysitter haben 16 Stunden Ausbildung hinter sich – inklusive Erster Hilfe. Ihr könnt also von einer gewissen Professionalität ausgehen und von hoher Motivation.

Übrigens: Manche Eltern finanzieren ihrem Babysitter den Kurs – so profitieren sie von den Kenntnissen und der Babysitter braucht nicht sein Taschengeld zu investieren. Eine tolle Idee!

Oma-Opa-Hilfsdienst Rheine

Der Oma-Opa-Hilfsdienst Rheine vermittelt zwischen Eltern und junggebliebenen Älteren, die sich gern – wie Großeltern – um Kinder kümmern möchten. Vor Jahren habe ich einmal einen Zeitungsartikel über ein „Großeltern“-Paar und ihre kleine „Enkelin“ geschrieben. Die waren über die Jahre so eng zusammengewachsen, als wären sie tatsächlich miteinander verwandt. Die „Großeltern“ hatten ihre eigenen Enkel weit weg wohnen, die Mutter brauchte ab und zu eine Auszeit und die Kleine hatte keine verfügbaren eigenen Großeltern – so passte es für alle hervorragend. Die „Großeltern“ wurden auch zu Familienfeiern eingeladen und gehörten einfach dazu.

Leider ist der Dienst momentan inaktiv. Die Begründung der Stabsstelle Bürgerengagement: „Das als Privatinitiative geführte Projekt „Oma-und Opa-Hilfsdienst“ (Startunterstützung damals durch Fachstelle Bürgerengagement) ruht aktuell, da nicht genügend Menschen gefunden werden konnten, um sich als ‚Oma‘ oder ‚Opa‘ zu engagieren.“

Vielleicht kennt ihr ja ein paar ältere enkellose Nachbarn, die ihr begeistern könnt – am besten gleich für eure Kinder …

Familienunterstützender Dienst (FuD) für Kinder mit Behinderung

Besonders gefordert sind Familien, in denen ein Kind mit einer Behinderung lebt. Für sie gibt es den Familienunterstützenden Dienst (FuD) Rheine, der nicht nur, aber auch „Babysitter“ mit besonderer Ausbildung zur Unterstützung und Entlastung anbietet.

Was macht einen guten Babysitter aus?

Babysitter in Rheine

Kirsten Markgraf organisiert die Babysitter-Kurse der FBS Rheine.

Dazu habe ich mit der Diplom-Sozialpädagogin Kirsten Markgraf gesprochen, die in der FBS Rheine die Babysitter-Kurse koordiniert. Sie nennt folgende Kriterien:

Alter: ab 12 Jahren

„Unter zwölf Jahren sind die meisten Jugendlichen noch nicht verantwortungsbewusst genug“, sei ihre Erfahrung, deswegen nehme sie jüngere auch nicht in die Kurse auf. Zwischen 12 und 16 Jahren sind ihre Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer: Ungefähr ein Junge pro Kurs nimmt teil.

Wissen um Kindesentwicklung

Wann lernen Kinder sprechen, wann laufen? Dies zu wissen ist wichtig, damit der Babysitter altersgerechte Spielangebote machen kann. „Dabei betonen wir auch immer, dass Fernsehen kein Spielangebot ist“, sagte Kirsten Markgraf. Dieses Wissen vermeidet auch, dass der Babysitter an ein Kind gerät, mit dem er oder sie sich nicht zu beschäftigen weiß, weil es noch zu klein ist – oder schon zu groß und fordernd. Im Kurs probieren die Babysitter konkrete Spielmöglichkeiten für Kinder bis zu sechs Jahren aus: Wie stellt man selbst Knete her? Wie baut man Höhlen im Kinderzimmer? Was macht man zu verschiedenen Jahreszeiten? Was lässt sich draußen spielen, was drinnen? Wie bastelt man etwas aus Dingen, die nichts kosten? „Hier sind die Kursteilnehmer immer sehr kreativ“, beobachtet Kirsten Markgraf.

Babysitter in Rheine

Ein Babysitter sollte wissen, welche Spielangebote er/sie einem Kind in einem bestimmten Alter machen kann. (Quelle: HolgersFotografie auf pixabay)

Alltagsfähigkeiten fürs Kind

Im Kurs lernen die angehenden Babysitter auch, wie sie ein Kind halten, wickeln und füttern. Außerdem erfahren sie, was „Aufsichtspflicht“ bedeutet. Die integrierte Erste Hilfe befasst sich mit der Versorgung kleinerer Verletzungen wie aufgeschlagenen Knien, kleinen Verbrennungen oder Schnitten, geht aber auch ein auf das richtige Handeln bei ausgeschlagenen Zähnen oder Kopfstürzen. „Uns ist wichtig, dass die Babysitter die Notrufkette kennen und in einer Notsituation nicht völlig kopflos reagieren“, legt Kirsten Markgraf Wert auf die Erste Hilfe. Auch einen „Praxistest“ sieht der Kurs vor, z. B. in einem Kindergarten.

„Babysitter-Diplom“

Die Absolventinnen und Absolventen des Babysitterkurses der FBS bekommen ein Diplom mit Stempel der FBS und Unterschrift. „Wir bilden ungefähr 100 Babysitter pro Jahr aus“, sagt Kirsten Markgraf.

Gespräch mit dem Babysitter

Im Gespräch mit dem Babysitter erfahren Eltern schon eine Menge aus dem, was und wie er/sie erzählt. Sie können z. B. Fragen stellen nach dem Alter und der Schule, nach Hobbys und Freunden, nach Geschwistern und dem Grund, warum er/sie gerne babysitten möchte.

Babysitter in Rheine

Welchen Babysitter Eltern bevorzugen, entscheidet oft das Bauchgefühl. (Quelle: White77 auf pixabay)

Bauchgefühl der Eltern

Alleinerziehende Mütter nehmen gern Jungen als Babysitter – Frauen gibt es im Leben des Kindes ja schon genug. „Bei sehr kleinen Kindern kann man ruhig auch junge Babysitter wählen“, sagt Kirsten Markgraf, „die wachsen dann sozusagen mit dem Kind und ihren Aufgaben.“ Andere Eltern möchten lieber einen älteren Babysitter, gerade für abends – der ist dann allerdings selten jahrelang verfügbar, weil er/sie nach der Schule evtl. in eine andere Stadt geht … Manche Eltern wünschen sich einen Babysitter aus der Nachbarschaft. Welches Alter, Geschlecht oder sonstige Eigenschaften Eltern auch bevorzugen: Ob Eltern einen bestimmten Babysitter „haben“ möchten, sagt ihnen meist ihr Bauchgefühl. Auf das zu hören, rät auch Kirsten Markgraf.

Test mit Kind

Bevor man sein Kind mit dem Babysitter allein lässt, sollte man ihn oder sie im Umgang mit dem Kind beobachten, rät Kirsten Markgraf: Verstehen sich Kind(er) und Babysitter? Wie verhält sich der Babysitter gegenüber dem Kind? Wirkt er/sie zuverlässig oder gibt er/sie alberne Antworten? „Kindgerecht ist es, eine gewisse Eingewöhnung zu geben“, sagt Kirsten Markgraf. Das Kind soll den Babysitter bei zwei, drei Treffen im Beisein der Eltern kennenlernen.

Babysitter in Rheine

Zum Kennenlernen sollten die Eltern Kind und Babysitter miteinander beobachten. (Quelle: kevinlopez auf pixabay)

Wie bezahle ich einen Babysitter in Rheine?

Wie viel ein Babysitter bekommt, hängt von unterschiedlichen Kriterien ab:

  • Wie alt ist der Babysitter?
  • Wie alt sind die Kinder?
  • Wie viele Kinder soll der Babysitter gleichzeitig betreuen?
  • Zu welcher Tageszeit kommt der Babysitter?
  • Wie sieht’s im Geldbeutel der Eltern aus?
  • Sind besondere Aufgaben mit dem Babysitten verbunden (z. B. ins Bett bringen)?

Fragt mal im Bekanntenkreis, was andere Eltern zahlen, oder auch den Babysitter selbst, was seine/ihre „Kolleg/innen“ verdienen. „Ich höre öfter, dass zwölfjährige Mädchen, die nachmittags zwei bis drei Stunden auf ein Kind aufpassen, zehn Euro dafür bekommen“, gibt Kirsten Markgraf ein Beispiel.

Schwarz ist billiger???

Leider werden Babysitter meist noch immer schwarz bezahlt. Damit sind sie nicht versichert – und das kann blöde Situationen geben, wenn mal etwas passiert. (Von den bis zu 5.000 Euro Strafe für Schwarzarbeit mal ganz abgesehen.)

Zwei Vorurteile, warum Eltern ihre Babysitter nicht anmelden, sind: Das ist teuer!, und: Das ist kompliziert. Wirklich? Ich hab dazu mal einen Experten befragt.

„Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten; meines Erachtens hat aber ein Minijob am meisten Sinn“, sagt Sebastian Hemsing, Steuerberater in Rheine. „Damit hat man eigentlich alles abgedeckt wie z. B. die Unfallversicherung. Grundsätzlich gilt hier der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Ausnahmen bestehen lediglich für Auszubildende und Jugendliche unter 18 Jahren ohne Berufsabschluss.“ Diese „Ausnahme“ dürfte aber bei Babysittern die Regel sein. Auch Langzeitarbeitslosen, die wieder eine Beschäftigung aufnehmen, könnt ihr in den ersten sechs Monaten weniger zahlen – aber ich glaube, das ist beim Babysitten eher ein Ausnahmefall. Bitte beachtet, dass euer Babysitter nur einen Minijob haben darf: Hat er schon einen (z. B. Zeitungen austragen) und ihr stellt ihn oder sie ein, geht das nur als voll sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis.

Babysitter in Rheine

Angemeldete Babysitter können ein Steuervorteil sein. Da lachen dann nicht nur Kind und Babysitter, sondern auch die Eltern. (Quelle: PublicDomainPictures auf pixabay)

Das Gute an angemeldeten Babysittern: Ihr könnt sie von der Steuer absetzen. Nach § 35a Abs. 1 EStG könnt ihr für geringfügige Beschäftigungen im Privathaushalt eine Steuerermäßigung beantragen in Höhe von 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens jedoch 510 Euro im Jahr (§ 8a SGB IV).

Wie stelle ich einen Babysitter als Minijobber ein – und was kostet das mehr?

Ihr nehmt am Haushaltsscheck teil – das ist sehr einfach, zeige ich euch gleich. Nur dann handelt es sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis, also einen Minijob, im Sinne des § 8a SGB IV. Euer Ansprechpartner ist die Minijob-Zentrale – und dort findet ihr auch den Haushaltscheck-Rechner.

Nehmen wir also mal an, ihr habt eine 15-jährige Schülerin einmal die Woche für zwei Stunden als Babysitter und zahlt ihr 5 Euro pro Stunde. Dann bedeutet das aufs Jahr gerechnet

2 x 5 Euro x 52 Wochen = 520 Euro im Jahr.

Im Haushaltscheck-Rechner müsst ihr den durchschnittlichen Monatslohn in ganzen Euro angeben, also 43 Euro.

Nehmen wir weiter an,

  • dass euer Babysitter gesetzlich krankenversichert ist (denn das trifft ja wohl auf die meisten 15-jährigen Schülerinnen zu),
  • dass er sich von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreien lassen möchte (sonst bleibt vom Babysitterlohn nicht viel übrig, hat mir der Berater von der Minijob-Zentrale erklärt)
  • und dass er der Pauschsteuer von 2 Prozent unterliegt.

Babysitter in RheineDas bedeutet: Euch kostet euer Babysitter 49,41 Euro im Monat. Und jetzt kommt’s: Das gilt ohne Steuerermäßigung! Rechnet man die 20 Prozent Steuerermäßigung mit ein, die ihr in eurer Steuererklärung beantragen könnt, dann zahlt ihr keinen Cent mehr für euern ordnungsgemäß eingestellten Babysitter, als wenn ihr ihn schwarz bezahlen würdet. Und mehr Arbeit, als einmal die Formulare auszufüllen, macht das auch nicht.

Babysitter in RheineFür wen gilt die Steuerermäßigung?

Minijobs bei haushaltsnahen Dienstleistungen kann jeder Steuerzahler auch von der Steuer absetzen.

Daneben gibt es eine andere Art der Steuererleichterung: die Kinderbetreuungskosten. Hierfür müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Das zu betreuende Kind muss in euerm Haushalt leben (§ 32 Abs. 1 EStG) – Stief- und Enkelkinder gelten leider nicht.
  • Das Kind darf noch nicht 14 Jahre alt sein oder
  • es muss wegen einer Behinderung, die es vor seinem 25. Geburtstag bekommen hat, außerstande sein, für sich selbst zu sorgen.

Es können zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro je Kind und Kalenderjahr als Sonderausgaben berücksichtigt werden. „Das bedeutet: Sobald der durchschnittliche Steuersatz über 30 Prozent liegt, ist diese Variante deutlich besser“, sagt Sebastian Hemsing.

„Kinderbetreuung“ ist zu verstehen als

  • Unterbringung in Kinderkrippen, -gärten oder -horten, in Pflegeheimen, bei Tagesmüttern, Wochenmüttern und Ganztagespflegestellen,
  • Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern,
  • Beschäftigung einer Hilfe im Haushalt, soweit sie das Kind betreut (darunter fiele dann auch der Babysitter oder ein Au-pair),
  • Beaufsichtigung bei der Erledigung der Hausaufgaben (also z. B. auch ältere Schüler, die euerm Kind Nachhilfe geben).

Aber zu dem Thema fragt ihr am besten eure/n Steuerberater/in, die wissen darüber mehr.

So, ich hoffe, ihr wisst nun, wie ihr an einen Babysitter kommt. Für alle Fälle hier mal die Telefonnummer von der FBS, wo es die Babysitter-Kartei gibt: 05971 98820.

Viel Glück!