Sanfte Hilfe durch Bienenprodukte

Imkerin und Heilpraktikerin aus Rheine informiert Kita-Eltern

Bild: Bienenprodukte helfen auf verschiedenste Weise der Gesundheit. (Quelle: PollyDot auf pixabay)

Braucht das Baby tatsächlich Paracetamol gegen das Zahnen? Muss ich die Kopfschmerzen meines Grundschulkindes schon mit Aspirin behandeln? Und soll ich als stillende Mama Aufbaupräparate aus der Apotheke schlucken, damit ich mich nicht so schlapp fühle? 4,8 Milliarden (!) Euro geben wir Deutschen jährlich für rezeptfreie Medikamente aus, die wir uns selbst „verschreiben“. Das macht knapp 60 Euro für jeden von uns. (Dazu „Doc Esser“ im WDR, verfügbar bis 8. Februar 2018)

Bienenprodukte

In der Elisabeth-Kita war auch schon passend dekoriert.

Bärbel Bröskamp, Heilpraktikerin und Imkerin in Rheine, bestückt ihre Hausapotheke seit Jahren nur noch mit Bienenprodukten – und kommt damit aus. „Ich wünschte, ich hätte das Wissen, das ich über diese Produkte und ihre Wirkung heute habe, schon gehabt, als meine Kinder noch klein waren“, sagt sie. Neulich war sie in der Kita St. Elisabeth für eine Veranstaltung von Familienzentrum und FBS, um genau dieses Wissen an Eltern und Großeltern weiterzugeben. Wenn ihr wissen wollt, ob sie auch in eure Kita kommt, schaut hier nach.

Bienenprodukte

(Quelle: Bärbel Bröskamp)

Bienenprodukte – welche sind das?

Zu den Bienenprodukten, die sie für Heilverfahren einsetzt, zählt Bärbel Bröskamp Honig, am besten vom Imker aus der eigenen Region, den Baumkittharz Propolis, Bienenwachs und Blütenpollen. „Früher wusste ich darüber auch nicht mehr, als dass man aus Bienenwachs Kerzen machen kann“, sagt sie, „dann habe ich entdeckt, wie einfach sich diese Produkte für die Gesundheit einsetzen lassen und eine Ausbildung in der Bienenheilkunde gemacht.“ Und weil sie die hat, ich aber nicht, sage ich euch auch nicht genau, was welches Produkt kann, sondern gebe eine Übersicht – alle Details könnt ihr Bärbel fragen. Das ist sicherer.

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(Quelle: Bärbel Bröskamp)

Natürliche Antibiotika – ohne Resistenzen

Manche Bienenprodukte wirken wie natürliche Antibiotika. Und da sie aus der Natur kommen und nicht standardisiert hergestellt werden, sind sie immer ein bisschen anders. Und weil sie immer ein bisschen anders sind, können Bakterien sich nicht auf diese Antibiotika einstellen und bilden keine Resistenzen. Deswegen funktioniert die „Desinfektion“, die die Bienen in ihrem Stock vornehmen, auch seit Tausenden Jahren einwandfrei: gegen Bakterien, Viren und Pilze. Als es zum Ende des II. Weltkriegs kein Penicillin mehr gab, erzählte eine Oma unter den Zuhörern, habe man zur Entzündungsvermeidung Dammschnitte nach Geburten mit Honig bestrichen. Bärbel konnte die Wundheilungs-Funktion bestätigen: Sie hat mal eine tiefe Schnittwunde bei ihrer Katze mit Honig innerhalb weniger Tage kuriert.

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Propolis, ein Baum-Kittharz, färbt das Holz des Bienenstocks goldbraun, wenn die Bienen ihn damit desinfizieren. (Quelle: seagul auf pixabay)

Honig aus der eigenen Umgebung vom Imker nebenan

Am besten wirkt der Honig vom Imker aus demselben Ort, da der Honig aus den Pflanzen hergestellt wird, die uns umgeben. „Imker-Honig schmeckt nie gleich“, sagt Bärbel, „hat man drei Bienenvölker direkt nebeneinander, hat man schon drei verschiedene Honigsorten.“ Denn alle Bienen sammeln in einem Radius von ca. drei Kilometern, aber die Kommunikation im Stock entscheidet, auf welche Blütensorten sie sich „spezialisieren“. Honig aus dem Supermarkt stamme dagegen oft aus den USA, wo die Bienen auf großen Monoplantagen recht einseitig Pollen und Nektar sammelten. Um immer dasselbe Aussehen und dieselbe Konsistenz zu erreichen, werde der Industriehonig außerdem stark erhitzt, was die heilsamen Inhaltsstoffe zerstöre.

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Kein Honig ist wie der andere, wenn er vom Imker kommt. (Quelle: Hans auf pixabay)

Helfen schon vor der Krankheit

„Heilpraktikerin bin ich geworden, weil ich als ausgebildete Physiotherapeutin schnell an meine Grenzen gekommen bin, wie ich behandeln darf“, sagt Bärbel Bröskamp. „Als Heilpraktikerin habe ich andere Denk- und Behandlungsmöglichkeiten und kann auch dann schon etwas tun, wenn sich eine Krankheit noch nicht im Körper manifestiert hat, also auch nicht diagnostiziert werden kann, der Mensch aber dennoch leidet.“ Imkerin ist sie geworden, weil ihre Tochter sich mit fünf Jahren bereits dafür interessierte und zur Erstkommunion dann ihr erstes Bienenvolk bekam: 40.000 Haustiere auf einmal. Mit der Bienenheilkunde vereint Bärbel Bröskamp beide Bereiche.

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Auf die Biene kam Bärbel Bröskamp durch die Imkerleidenschaft ihrer Tochter. (Quelle: bernswaelz)

Honig ist doch auch nur Zucker?!

Fabrikzucker ist Einfachzucker: Geht schnell ins Blut, macht uns hibbelig und lässt uns danach abrupt ins „Insulinloch“ fallen, was Heißhunger auslöst. Honig dagegen besteht aus Einfach- und Mehrfachzuckern, die verschieden schnell ins Blut gehen. Das entlastet die Bauchspeicheldrüse, vermeidet Heißhunger und lässt anders als Industriesüßigkeiten ein Sättigungsgefühl zu. Honig können also sogar Diabetiker essen – natürlich unter Blutzuckerkontrolle, er senkt sogar die Blutfettwerte. Nachlesen könnt ihr das bei der Diplom-Ökotrophologin Renate Frank.

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Viele Infos hatte Bärbel Bröskamp für ihre Zuhörer.

Warme Milch mit Honig …

… der Klassiker unter den Einschlafhilfen unserer Großmütter hat tatsächlich eine psychisch ausgleichende und beruhigende Wirkung – allerdings ist es egal, ob ihr den Honig mit Mich, Tee, Wasser oder pur zu euch nehmt, nur zu heiß (über 38 Grad) sollte er nicht werden, das verdirbt die Inhaltsstoffe. Ein Rezept für Hustensaft aus Zwiebeln und Honig findet ihr hier, wer den Zwiebelsud nicht mag, kann auch Honig pur lutschen, sagt Bärbel. „Außerdem kann man Umschläge für die Brust machen mit bestimmten Bienenprodukten, sie auf von Erkältung betroffenen Stellen einmassieren oder sie statt Nasenspray nehmen.“ Etwas Honig beispielsweise auf den Handrücken, durch die Nase hochziehen – und schon lösen sich die Sekrete. Sogar gegen Kopfschmerzen können Honigumschläge helfen.

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Den Propolis-Verdampfer gibt es z. B. als attraktive Bienenfugur.

Propolis-Verdampfer gegen Ansteckungs-Teufelskreis im Winter

Kita-Eltern kennen das: Besonders im ersten Kita-Jahr ist die ganze Familie im Winter monatelang krank. Ist der eine wieder gesund, hat sich der nächste bereits wieder angesteckt – und ist das Kind nach Tagen endlich wieder gesund genug für die Kita, bringt es den nächsten Infekt gleich mit, um ihn an Eltern und Geschwister weiterzugeben. Kinder brauchen diese Infekte zur Stärkung des Immunsystems – wir Eltern könnten gut darauf verzichten. „Studien mit Propolis-Verdampfern haben eine Reduzierung der Keimbelastung in der Raumluft und der Erkrankungen nachgewiesen“, sagt Bärbel. In einem Kinderkrankenhaus in Mailand hat dieses Verfahren das Leid und die medizinische Situation auf einer Station für Atemwegserkrankungen gemindert (Studie Prof. Dr. Luciano Pecchiai); eine Schule in Turin hat nach drei Tagen mit dem Verdampfer eine Keimreduzierung um 70 Prozent erreicht – entsprechend waren weniger Kinder krank. Bärbel hat die Zusammenfassungen der jeweiligen Studien dazu – sie schickt sie euch sicher, wenn ihr fragt.

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Studie zur Keimreduzierung im Klassenzimmer dank Propolis-Verdampfer (Quelle: Bärbel Bröskamp)

Bienenprodukte als Allround-Talente

Für den Muskelaufbau muss man viel Fleisch essen? Männerausrede! Blütenpollen liefern fünfmal mehr Eiweiß als Rind-Fleisch. Bienenprodukte binden freie Radikale, die durch falsche Ernährung und Stress entstehen, und reduzieren damit das Risiko, an Krebs oder Demenz zu erkranken. Manche Bienenprodukte wirken schmerzstillend z. B. gegen das Zahnen. Andere lösen Reiz- oder Schleimhusten und Hustenkrämpfe. Sie können gegen den Juckreiz bei Insektenstichen oder Neurodermitis und Schuppenflechte helfen. Bienenprodukte gibt es in den unterschiedlichsten Darreichungsformen. Die antibiotische Wirkung von Honig schützt die Zähne beim Naschen. Auch die Verdauung wird gefördert. „Um die beste Wirkung zu erzielen, sollte man die Produkte auf eine bestimmte Weise einnehmen“, sagt Bärbel.

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Mit Blütenpollen lassen sich Pollenallergien behandeln. (Quelle: Foto-Rabe)

Desensibilisierung bei Heuschnupfen

Wer ein Bienenprodukt in geringer Dosis zu sich nimmt und ein Kribbeln am Rachen spürt, sollte vorsichtig sein mit dem weiteren Konsum. „Pollen-Allergiker sollten Bienenprodukte nur vom Heilpraktiker oder Arzt begleitet einnehmen“, sagt Bärbel, „dennoch kann man sie zur Desensibilisierung nutzen.“ Eine Frau unter den Zuhörern bestätigte dies: Seit sie vor Beginn des Pollenflugs jeden Tag einen Löffel Honig esse, habe sie kaum noch Beschwerden mit ihrem Heuschnupfen.

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Das Pollenhöschen an den Beinen der Biene ist gut zu erkennen. (Quelle: pieterz auf pixabay)

Krafttanken mit Bienenprodukten

Bärbel hat uns aus ihrer Praxistätigkeit erzählt, wie Bienenprodukte in Erschöpfungsphasen helfen: Bei einer stillenden Mutter haben sie innerhalb von zwei Tagen die vor Erschöpfung versiegte Milch wieder fließen lassen, einem Vater mit Burn-out haben sie die Reise mit dem Sohn ermöglicht. Kinder profitieren in Wachstumsphasen, Sportler in Regenrationsphasen, Studenten in Prüfungsphasen.

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Bienenprodukte dienen auch der allgemeinen psychischen und körperlichen Stärkung. (Quelle: Bärbel Bröskamp)

Achtung: Keine Honigreste in den Glascontainer!

Wusste ich auch nicht: Honiggläser solltet ihr immer gut ausspülen, bevor ihr sie in den Glascontainer werft – besonders bei Supermarkthonig! Der schleppt nämlich aus den USA manchmal die Faulbrut ein: Unsere Bienen naschen den Honigrest aus dem zerbrochenen Glas im Container, infizieren sich und ihr gesamtes Volk per Ansteckung. Auch 2016 mussten im Kreis Steinfurt deswegen wieder Sperrbezirke eingerichtet werden, um benachbarte Bienenvölker zu schützen.

Das bedeutet: Der Honig dieser Völker ist für uns ungefährlich, nicht jedoch für die Bienen. Also das Honigglas am besten zum Imker zurückbringen – oder erst in die Spülmaschine und dann in den Glascontainer! „Im Extrembefall müssen die Bienen vom Amtstierarzt abgetötet werden“, erklärt Bärbel die Folgen der Faulbrutausbreitung. „Ansonsten muss der ganze Bienenstand desinfiziert werden; auch alle Waben müssen zur Desinfektion entnommen werden. Die Bienen und der Imker müssen sozusagen bei Null wieder anfangen.“

Honig-Rezepte für Kinder

Naturjoghurt mit Honig und Nüssen: Füllt einfach einen Fingerbreit gehackte Nüsse (z. B. Hasel oder Walnuss) in ein Glas, gebt Naturjoghurt darauf, darüber einen dünne Schicht Honig und streut Nüsse als Garnitur darüber – fertig! Kühl, süß und eine echte Energiebombe!

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Apfelstückchen in Honig getaucht eignen sich gut als Nachmittags-Snack. (Quelle: Ajale auf pixabay)

Apfel-Honig-Snack für unterwegs: Packt Apfelschnitze in einen kleinen Becher und Honig in ein kleines Glas und lasst eure Kinder auf dem Spielplatz den Apfel-Honig-Dip naschen, wenn sie den Nachmittags-Appetit bekommen.

Glas auf, Löffel in die Hand, schlemmen lassen. (Keine Sorge, nach ein paar Löffeln haben sie von selbst genug.)

Aus eigener Erfahrung mit verschiedenen Bienenprodukten und Anwendungsformen kann ich nur sagen: Ausprobieren lohnt sich!