Wie familienfreundlich ist die Emsgalerie Rheine? – Erreichbarkeit

Tücken für Eltern bei Aufzügen, Wickelplätzen und Lagermöglichkeiten

Bild: Ästhetisch kommt die Emsgalerie Rheine daher. Ist sie auch familienfreundlich? © Klaas Projekt

Seit einem guten Monat ist Rheines neuer Konsumtempel nun eröffnet. Am ersten Samstag war kaum ein Durchkommen; neulich war ich unter der Woche am Spätnachmittag in der Emsgalerie Rheine und kam wesentlich (!) entspannter von A nach B. Beide Male hatte ich Mann und Kind dabei, um einen realistischen Eindruck davon zu bekommen, wie familienfreundlich die Emsgalerie Rheine ist. Zu diesem Thema habe ich auch mit dem Centermanager Patrick Stürmer gesprochen – hier mein Ergebnis aus allem für euch. Zunächst zur Erreichbarkeit (Teil 1 von dreien).

Mit der Familie unterwegs zu sein, bedeutet ja auch oft, dass wir nicht nur zum Shopping antreten, sondern auch anrollen: Sei es Oma mit Rollator oder wir Eltern mit Kinderwagen.

Parken

Die drei Parkdecks sind nicht nur schön bunt, sondern auch mit großzügig bemessenen Parkplätzen versehen. Laut Internetseite soll es hier auch Frauenparkplätze geben, aber die habe ich nicht gefunden. „Das Parkhaus betreiben die Verkehrsbetriebe Rheine“, gab mir Patrick Stürmer vom Centermanagement dazu Auskunft, „sie sind noch nicht eingereichtet, kommen aber in Kürze, inklusive Kameraüberwachung.“

Emsgalerie Rheine

Am Seiteneingang in der Münsterstraße stellen Emsgalerie-Besucher gern ihre Räder ab. Fahrradständer gibt es hier nicht.

Fahrradparkplätze an den Eingängen der Emsgalerie Rheine gibt es noch nicht – wie der Fahrradbeauftragte der Stadt Rheine schon direkt nach der Eröffnung anmerkte. Es gibt Fahrradstellplätze am Emsufer, aber eigentlich kommen wir ja mit dem Rad, um nicht noch Kind und Einkauf weit schleppen zu müssen. Das Parkchaos in der Münster- und Mühlenstraße hielt sich aber bei meinem Besuch in erträglichen Grenzen. Am Eingang in der Emsstraße parkten Räder genau vor dem Verbotsschild, standen aber nicht im Weg.

Emsgalerie Rheine

Verbotsschilder halten Radfahrer selten davon ab, dort zu parken, wo es für sie praktisch ist.

Emsgalerie RheineAm besten kommt ihr aber zu Fuß oder mit dem Bus, wenn ihr kein Auto habt, bis die Radfrage geklärt ist.

Barrieren

Erfreulich ist, dass die gesamte Emsgalerie sehr großzügig angelegt ist: Türen, Gänge und Toilettenräume sind sehr breit, hier kommen wir auch berädert gut durch. Die Eingangstüren sind mit einem automatischen Türöffner versehen und die Türen zu den Geschäften stehen sowieso auf. Jede Etage ist mit dem Aufzug zu erreichen. Wie man ohne Stufen zum Centermanagement kommt, bedarf allerdings eines längeren Blicks auf den Plan: mit dem Aufzug auf die blaue Ebene und dann über das Parkdeck P1 quer rüber zum Verwaltungsgebäude.

Emsgalerie Rheine

Gut für alle, die schwere Türen nicht allein aufbekommen: der automatische Türöffner am Eingang der Emsgalerie.

Aufzüge

Die drei Aufzüge befinden sich am Ende der Emsgalerie Rheine. Sie sind groß genug für zwei Kinderwagen (bei Zwillingswagen bin ich nicht sicher) und einige Personen. Sie verbinden die beiden Ebenen der Emsgalerie mit den drei Parkdecks. Schade ist, dass die einzige Wickelmöglichkeit am vorderen Ende der Emsgalerie ist. Vom Parkplatz aus gesehen ist das in Ordnung, aber kommt man durch den Haupteingang von der Emsstraße aus, muss man ganz durch die untere Ebene bis nach hinten zu den Aufzügen und auf der oberen Ebene wieder ganz zurück, wenn man einen Kinderwagen dabei hat. Denn auf den Rolltreppen sind Kinderwagen natürlich verboten.

Emsgalerie Rheine

Kinderwagen haben auf Rolltreppen nichts zu suchen. Mit dem Notaus-Knopf kann die Rolltreppe gestoppt werden.

Parken im Treppenhaus?

Eine Alternative wäre, den Kinderwagen im geräumigen Treppenhaus abzustellen und das Wickelkind die Treppe hinaufzutragen. Geht allerdings nur, wenn man nichts Wichtiges im Wagen zurücklässt.

Emsgalerie Rheine

Zum Wickelraum muss man unweigerlich nach oben.

Kinderwagen zu Hause lassen, wenn’s voll wird

Wenn zu erwarten ist, dass es sehr voll wird, empfehle ich euch übrigens, entweder nicht mit dem Auto zu kommen oder den Kinderwagen zuhause zu lassen: Am Samstag nach der Eröffnung hatten wir und alle anderen Familien mit Kinderwagen kaum eine Chance, vom Parkdeck in die Emsgalerie zu kommen, weil die Aufzüge in beiden Richtungen permanent durch Menschen besetzt waren, die auch zu Fuß gehen könnten. Die Treppenhäuser sind allerdings nicht im selben Gebäudeteil wie die Aufzüge und daher bisher schwer zu finden.

Emsgalerie Rheine

Geräumig sind die drei Aufzüge im hinteren Teil der Emsgalerie. An vollen Tagen kommt man mit Kinderwagen jedoch kaum hinein.

Irreführender Personalaufzug

Der Aufzug genau gegenüber dem Wickelraum führt übrigens nicht in die untere Ebene der Emsgalerie, sondern ausschließlich auf die Verwaltungsebenen. „Ja, das haben wir auch schon gemerkt, dass wir das mit einem Schild deutlich machen müssen“, sagte mir Patrick Stürmer am Telefon.

WC in der Emsgalerie Rheine

Die WC-Räume sind sehr großzügig, auch ein oder zwei Kinderwagen passen locker rein. Wickelmöglichkeiten gibt es hier nicht. Doch das Centermanagement prüft gerade, ob zusätzliche Wickeltische in den WC-Räumen für Menschen mit Behinderung möglich sind, um den Wickelraum zu entlasten. Der Betreiber der Emsgalerie, Klaas Management, hat inzwischen verkündet: „Die Ausweitung der Wickelmöglichkeiten auf die WC-Räume für Menschen mit Behinderung ist beschlossen und wird umgesetzt.“ Das würde auch das Gerenne zwischen Eingang, Aufzug und Wickelraum überflüssig machen.

Emsgalerie Rheine

Groß sind die WC-Räume in der Emsgalerie, hier können auch Kinderwagen geparkt werden.

Versehentliches Einschließen

Die Türe der WC-Kabinen schließen oben und unten mit Türrahmen und Boden ab. Schließt sich einer eurer Knirpse versehentlich ein, kann er oder sie also nicht einfach unter der Tür hindurchkriechen. Aber keine Panik: „Die Türen lassen sich von außen öffnen, das muss so sein, auch für einen eventuellen medizinischen Notfall“, sagt Patrick Stürmer. In dem Fall also einfach das Centermanagement verständigen. Oder lieber jemanden schicken, dann könnt ihr bei eurem kleinen Unglücksraben bleiben und ihm durch die Tür gut zureden.

Hocker vor den Waschbecken

Die Waschbecken sind durch Höhe und Design nicht besonders gut für kleine Menschen geeignet. Deswegen habe ich Patrick Stürmer vorgeschlagen, doch kleine Hocker anzuschaffen, einen für jeden WC-Raum. „Ja, das werde ich aufnehmen“, meinte er und wirkte wie in unserem gesamten Gespräch sehr offen für Anregungen und interessiert daran, Schwierigkeiten zu lösen, die seinem Team noch nicht aufgefallen waren. Mittlerweile hat Klaas Management beschlossen: „Hocker für die Waschräume werden angeschafft.“

Pinkelalarm-Test

Schaffen wir es rechtzeitig aufs Klo? Diese Frage stellen sich vor allem Eltern von Kindern, die gerade trocken geworden sind. Die WC-Räume sind in der Emsgalerie Rheine für dieses Vorhaben günstig angelegt: unten hinten und oben vorne, sodass ihr wirklich in ein paar Minuten per Sprint über die breiten Gänge und ggf. Rolltreppen da seid.

Emsgalerie Rheine

Die Emsgalerie ist weitläufig, das macht allerdings auch die Wege lang zwischen Wickelraum und Aufzügen beispielsweise. © Klaas Projekt

So viel zur Erreichbarkeit der Emsgalerie Rheine. Lest hier mehr zur Austattung und zum Angebot für Familien.