Wie familienfreundlich ist die Emsgalerie Rheine? – Sicherheit

Die üblichen Gefahrenquellen und ein hilfsbereites Centermanagement

Bild: Ästhetisch kommt die Emsgalerie Rheine daher. Ist sie auch familienfreundlich? © Klaas Projekt

Inwiefern die Emsgalerie Rheine und ihre Angebote zu erreichen sind und ob Angebot und Ausstattung familientauglich sind, habe ich bereits ausgeführt. Nun teste ich die Sicherheit (Teil 3 von dreien).

Beim Shoppen könnt ihr nicht ständig beide Augen auf den Kindern haben – wie solltet ihr dann die Preisschilder lesen?

Übersichtlichkeit

Findet ihr euer Kind wieder, wenn ihr es aus den Augen verloren habt? Das ist natürlich stark abhängig davon, wie voll es ist. Generell habt ihr aber einen guten Überblick über die gradlinige, großzügige Emsgalerie – auch dank der Glasgeländer. Durch die seht ihr auch Kinder, die noch zu klein sind, um drüberherzuschauen.

Emsgalerie Rheine

Die geradlinig gebaute Emsgalerie ist gut zu überblicken, zumindest wenn es leer ist.

Sollte euer Kind dann doch verloren gegangen sein, kann das Centermanagement es ausrufen. Also wendet euch entweder über die Gegensprechanlage neben dem Eiskiosk am Eingang Emsstraße an das Team oder sucht es auf, indem ihr den Info-Schildern folgt. Außerdem könnt ihr eurem Kind die Kindernotinseln erklären, von denen ich hoffe, dass die Geschäfte in der Emsgalerie sie noch einrichten. (In der Innestadt gibt es sie schon.) Generell ist es sinnvoll, mit eurem Kind einen Treffpunkt zu vereinbaren für den Fall, dass ihr euch verliert. Da es nicht allein auf die Rolltreppe darf, am besten einen auf beiden Stockwerken.

Emsgalerie Rheine

Durch die Glasgeländer werden auch kleine Kinder auf der anderen Gangseite sichtbar.

Gefahrenquellen

Könnt ihr ohne Sorge für ein paar Augenblicke wegsehen oder laufen eure Kinder sofort Gefahr, zu stürzen, sich etwas zu quetschen, sich anderweitig zu verletzen, sich zu vergiften oder zu ertrinken?

Emsgalerie Rheine

Auf dem Rand der Wasserbecken kann man sich zum Ausruhen niederlassen.

Wasserbecken

Klar, länger allein lassen solltet ihr eure Kinder hier nicht. Die Becken sind tief genug, damit ein Kind darin ertrinken kann – vor allem weil es dafür ja oft nur einer Regenpfütze bedarf. Im Vorbeigehen hineinfallen können eure Kinder aber nicht: Um auf die hohen Umrandungen zu kommen, müssen sie schon etwas klettern. Oben angekommen ist die Fläche außerdem so breit, dass Kinder, die alt genug sind, um hinaufzukommen, nicht einfach aus Gleichgewichtmangel hineinfallen. Da finde ich das Wasserspiel auf dem Staelschen Hof gefährlicher.

Spielplatzsituation in der Rheiner Innenstadt

Schön anzusehen ist die Spielinsel Staelscher Hof, aber Eltern müssen hier ihre Kinder ständig im Blick behalten, damit sie nicht ins Wasser fallen.

Feuer

Am Eröffnungstag musste der Sicherheitsdienst einigen Kindern die Freude verderben: In der Emsstraße hatten sie Heliumballons bekommen, die sie dann nicht mit in die Emsgalerie nehmen durften. Warum? Unter der Glasdecke der Emsgalerie verlaufen Lichtschranken, die die Sprinkleranlagen aktivieren, sobald sie unterbrochen werden – z. B. durch Rauch. Oder eben durch einen versehentlich losgelassenen Luftballon, der nun gen Decke schwebt …

Emsgalerie Rheine

Lichtschranken unter der Decke aktivieren die Sprinkleranlagen, wenn sie z. B. von Rauch durchbrochen werden.

Rolltreppe

Auf der Rolltreppe sind unbegleitete Kinder nicht umsonst verboten. Die Sturzgefahr am Anfang und Ende ist durch die Bewegung der Stufen natürlich höher als auf einer normalen Treppe. Also lasst eure Kinder nicht allein auf die Rolltreppe. Einen Notaus-Knopf gibt es aber an beiden Enden.

Emsgalerie Rheine

Kinderwagen haben auf Rolltreppen nichts zu suchen. Mit dem Notaus-Knopf kann die Rolltreppe gestoppt werden.

Klettereinladungen in der Emsgalerie Rheine

Die Geländer in der Emsgalerie lassen sich kaum erklettern, sie sind aus Glas und haben keine Querstreben. Hinunterstürzen können eure Kinder also im Normalfall nicht. Lediglich der Blumenkübel auf der Terrasse des Eiscafés bietet eine Klettermöglichkeit. Ich habe den Sicherheitsdienst schon darauf angesprochen, aber der kann auch nur mit dem Cafébetreiber reden – was er tun wollte.

Emsgalerie Rheine

Steht ein Kind mit den Füßen auf dem Blumenkübel, ist es bis zum Geländerrand nicht mehr so weit.

Schwere Türen

Geschlossene Türen gibt es eigentlich nur da, wo Kinder sowieso nicht allein hinsollen (Treppenhaus). Die Einganstüren der Emsgalerie sind mit einem automatischen Türöffner ausgestattet. Kinder kommen also überall hin, wohin sie gelangen können sollen, ohne sich mit schweren Türen abmühen zu müssen.

Emsgalerie Rheine

Gut für alle, die schwere Türen nicht allein aufbekommen: der automatische Türöffner am Eingang der Emsgalerie.

Dekoration

Angst, dass eure Kinder teure Kunstobjekte umstoßen könnten, müsst ihr in der Emsgalerie Rheine nicht haben. Mit meinen botanischen Kenntnissen ist es nicht weit her, aber sehr giftig sahen die Pflanzen auch nicht aus. Eine der Grünpflanzen hatte scharfe Blattkanten – aber das bringt auch kein Kind um. Irgendwie muss sich so eine Pflanze ja auch gegen Übergriffe kleiner Wandalen wehren können. (Mitllerweile hat das Klaas Management sich gemeldet, das die Emsgalerie Rheine betreibt: Die Pflanzen sind nicht giftig!)

Emsgalerie Rheine

Scharfe Blattkanten, aber nichts wirklich Gefährliches.

Erste Hilfe

Während der gesamten Öffnungszeit ist der Sicherheitsdienst mit mehreren Kräften zur Stelle und tut sein Bestes dafür, dass ihr sicher einkaufen könnt. Schlägt sich euer Kind dennoch das Knie auf oder passiert sonst etwas, könnt ihr das Centermanagement ansprechen. Dazu wird es im Eingangsbereich der Emsgalerie auch bald einen Infopunkt mit Gegensprechanlage geben, neben dem Eiskiosk. Und wenn etwas ganz Schlimmes passiert, nehmt gleich das Handy und ruft den Notdienst: Einen eigenen Sanitätsdienst hat die Emsgalerie Rheine nicht.

Fazit: Familienfreundlichkeit der Emsgalerie auf einem (sehr) guten Weg

Vor dem Gespräch mit dem Centermanagement hätte ich der Emsgalerie Rheine ein 2- gegeben, jetzt bekommt sie eine 2+ mit der Aussicht auf eine 1-, wenn alles umgesetzt wird, was gerade durchdacht wird.

Für eine glatte 1 müsste eins der Ladenlokale in einen Indoor-Spielplatz verwandelt werden, wo Eltern ihre Kinder lassen können, um mal in Ruhe einkaufen zu gehen. Oder um zumindest gemeinsam einen Kaffee zu trinken und ein entspanntes Gespräch zu führen. Diese Möglichkeit fehlt nach wie vor in der Rheiner Innenstadt – hier bleibt nur Möbel Berning, und das ist schon wieder raus aus der Einkaufszone.