Weg aus Rheine – oder doch Familien-Urlaub hier?

Wie wir uns erholen, unseren Kindern etwas Neues zeigen und unsere Reiseziele für die Zukunft erhalten

Bild: Familien-Urlaub mit Blick auf die Zukunft – geht das? (Quelle: Unsplash auf piaxbay)

Meine Großeltern sind immer viel gereist. Wenn sie nach Jahren oder Jahrzehnten mal wieder an einen Ort kamen, an dem sie „früher“ mal gewesen waren, erzählte mein Opa oft: „Da war früher so ein kleines Gasthaus, das hatte zwei Zimmer, und ein Tante-Emma-Lädchen und ansonsten war da gar nichts. Und heute: Riesenhotels, den ganzen Strand lang!“ Hm. Kann man eigentlich auch Familien-Urlaub machen, ohne einen Tourismus zu fördern, der aus Geldgier das zerstört, weswegen man eigentlich an die Ziele reist? Oder müssen wir in Kauf nehmen, dass ein Urlaubswunsch heute die Urlaubsmöglichkeiten für unsere Kinder morgen eliminiert? Hier ein paar Ansätze.

Familien-Urlaub

Stellen wir uns so unseren Urlaub vor? (Quelle: rkit auf pixabay)

Familien-Urlaub in der Ferne mit Umweltausgleich

Die eigenen Flugmeilen und dadurch verursachten Klimabelastungen kann man ausgleichen, indem man CO2-Zertifikate kauft. Das Geld wird dann z. B. in das Pflanzen von Bäumen investiert zum Klimaausgleich. Besonders gut gefällt mir dabei diese Variante: The Compensators ist ein gemeinnütziger deutscher Verein, der Emissions-Zertifikate stilllegt, sprich: Er kauft der Industrie CO2-Verschmutzungsrechte weg und zwingt sie so dazu, weniger Treibhausgase auszustoßen – also wirklich etwas zu ändern, statt nur Wiedergutmachung zu leisten. Also: Einfach im Emissionsrechner die eigenen Emissionen berechnen und den Betrag, den man spenden sollte, wenn man seine Emissionen ausgleichen will, Betrag an The Compensators überweisen und doppelt helfen. So ist auch Fliegen mit Kindern schön.

Unser Flug-Urlaub letzten Sommer hat diese Emissionen verursacht.

Familien-Urlaub nah an der Natur

Morgens aus dem Schlafsack steigen, Tür öffnen – schon steht man mit den Füßen im kühlen Gras. Camping ist eine wunderbare Möglichkeit, unabhängig, selbstbestimmt und nah an der Natur Urlaub zu machen. Auf dem Campingplatz gibt es eine Menge Kinder, mit denen eure losziehen können, und Flecken auf Hose und Pullover stören auch keinen. Fragt Meike Pruhs aus Rheine, die hat Erfahrung. Übrigens: Der Campingplatz am Herthasee in Hörstel ist ADAC-Campingtipp 2017. Wahrscheinlich kennt ihr den zugehörigen Indoor-Spielplatz – keine schlechte Alternative, wenn man kein Badewetter ist.

Camping mit Kind

So viel frishce Luft wie beim Camping bekommen Kinder wohl selten. © Pruhs

Familien-Urlaub mit Rad und Rucksack

Mit kleinen Kindern, von denen ihr vielleicht eins noch ab und zu tragen oder schieben müsst, sind die Alpen vielleicht eine Nummer zu hoch. Das Sauerland bietet hier angenehme Alternativen für Wanderfans. Und wenn ihr dabei auch noch so richtig eure Ruhe haben wollt, dann schaut euch mal diese Ferienwohnung an.  Weitere Wanderrouten durchs Sauerland speziell mit Kindern findet ihr hier. Wer lieber mit dem Rad unterwegs ist, muss nicht mal weit weg fahren: Rund um Rheine gibt es z. B. die „100 Schlösser Route“, von der man Tag für Tag ein paar Kilometer abfahren kann – mit Übernachtung im nächsten „Schloss-Ort“. Und die Fahrt über den „Ems-Radweg“ lässt sich sicher hier und da mit einer Kanufahrt kombinieren.

Familien-Urlaub

Wandern verursacht Spaß ohe Emissionen. (Quelle: Agnali auf pixabay)

Familien-Urlaub im Baumhaus

Mit den Tieren auf Augenhöhe: Wer von uns hat als Kind nicht ein cooles Baumhaus gewünscht? Spätestens seit ich „Diese Insel ist zu klein für uns vier“ gelesen hatte, fand ich Baumhäuser total super. Warum nicht mal in einem Urlaub machen? Mehr zu den schönsten Baumhotels Deutschlands findet ihr hier.

Familien-Urlaub

Wer hat als Kind nicht von einem Baumhaus geträumt? (Quelle: jon57 au pixabay)

Familien-Urlaub mit gutem Gewissen

Oder wie wäre es mal mit „grünem“ Familien-Urlaub – bezahlbar dazu? Zum Beispiel im Delphin-Hotel auf einer irischen Insel. Oder mal ohne Strom und W-Lan auf einem deutschen Bauernhof? Der Taubenturm in Frankreich beherbergt auch menschliche Familien – deutschsprachige Gastgeber! Lieber Baumhaus, Tiere und Pool auf La Palma? Abenteuer versprechen diese Urlaubsziele auf jeden Fall. Mehr dazu hier.

Familien-Urlaub

Naturnaher Urlaub hat oft Abenteuercharakter. (Quelle: Kit auf piaxbay)

Familien-Urlaub in Rheines Umgebung

Am nachhaltigsten ist immer noch der Familien-Urlaub daheim – fördert Arbeitsplätze hier, vermeidet Emissionen von Verkehrsmitteln etc. Wenn ihr hierbleiben und trotzdem Ausflüge machen wollt, dann könnt ihr z. B. einen Tag Nordsee in Ochtrup genießen. Oder in den Stadtpark Emsdetten fahren, der ist gleich neben dem Freibad und mit Bus und Zug in einer halben Stunde vom Rheiner Hauptbahnhof aus zu erreichen. Dort gibt es auch einen Barfußpfad – und wer den nicht mag, der kann nach Lienen fahren in den Barfußpark dort. Wer lieber im Wald ist, der probiere mal den Walderlebnispfad Salzbergen aus. Tiere gibt es sowohl im Stadtpark Emsdetten kostenfrei zu bestaunen als auch im Wildfreigehege Nöttler Berg für kleines Geld.

Stadtpark Emsdetten

Die Tiere im Stadtpark Emsdetten kommen ganz nah an den Zaun.

Also: Ein paar Ideen habt ihr erhalten. Wenn ihr noch mehr Tipps wollt für sanften Tourismus und nachhaltiges Reisen, dann schaut mal in diese 15 Tipps. Und was ist mit euren Ideen für alternativen Familien-Urlaub? Ich bin gespannt!