Sport und Bewegung in Rheine – was bedeutet das für Eltern?

Diplom-Sportwissenschaftler Wolfgang Schabert im Interview mit Eltern-Tipps Rheine

Bild (v. l.): Sigmar Schridde, Sportservice Rheine, Wolfgang Schabert, ikps, Dr. Peter Lüttmann, Bürgermeister Rheine, und Michaela Engel, Sparkasse Rheine, im Pausengespräch.

In der Pause auf der Fachkonferenz Sport und Bewegung in Rheine am Samstag habe ich kurz mit Wolfgang Schabert gesprochen, der den Sportentwicklungsplan für Rheine begleitet und vorgestellt hat.

Herr Schabert, was sind für Sie die wichtigsten Botschaften für Eltern in Rheine bezogen auf Sport und Bewegung in Rheine?

Der Schulsport in Rheine läuft gut und das ist auch wichtig. Nun gilt es, die Zukunft der Bäder gut zu planen, da immer weniger Kinder Schwimmen können – auch wenn Rheine mit dem Schwimmprojekt hier schon wirkungsvoll gegensteuert.

Was raten Sie Eltern, die ihre Kinder für Sport begeistern wollen?

Wir Sportwissenschaftler raten zu einer sportartübergreifenden Bewegung, die sich erst später auf eine bestimmte Sportart spezialisiert. Eltern können mit ihren Kindern einfach ein bewegtes Leben führen, müssen sich nicht schon im Kindesalter auf den Wettkampfsport festlegen. Kinder mögen zwar Wettkämpfe, aber viel wichtiger ist ihnen der Spaß an der Bewegung.

Eltern sollten außerdem keine Erwartungspädagogik pflegen und nicht immer sofort rufen: Vorsicht, du könntest herunterfallen! Kinder müssen fallen dürfen: Viele kleine Unfälle verhindern den einen großen. Die meisten Unfälle passieren übrigens auf blank asphaltierten Schulhöfen, weil Kinder durch die plane Fläche ihre Aufmerksamkeit nicht mehr auf ihre Umgebung richten.

Wo sollte Sport am besten stattfinden?

Vereine sind sehr wichtig, doch Bewegung kann auch außerhalb stattfinden, z. B. durch eine bewegte Schule und die Öffnung der Schulhöfe für die Allgemeinheit nach der Unterrichtszeit. Manchmal reicht auch einfach ein Baumstamm: Bewegungsanlagen mit einer vordefinierten Nutzung schränken die Kreativität von Kindern ein.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Eltern-Initiativen?

Gute! Beispielsweise bei der bewegungsfreundlichen Gestaltung von Schulhöfen kommt die Initiative oft von den Eltern und das Projekt wird dann gemeinsam mit Schule und Stadt umgesetzt. Häufig erleben wir, dass Eltern sich dann z. B. für das Spendensammeln stark machen.

Also, ihr lest’s: Ihr könnt etwas bewegen! Schaut euch in eurem Stadtteil oder an eurer Kita und Schule um und sprecht die Stadt Rheine an, wenn ihr eine Idee habt, am besten Sigmar Schridde vom Sportservice. Hier findet ihr den Flyer Freiwilligenbörse Rheine und einen Auszug der aktuellen Angbote der Freiwilligenbörse Rheine.