Besuch im Wildfreigehege Nöttler Berg

Attraktives Ausflugsziel für Familien mit tiernärrischen Kindern

Neulich waren wir im Wildfreigehege Nöttler Berg in Saerbeck. Wir hatten zwei schöne Stunden dort – nur ob ihr das Ponyreiten bucht, das solltet ihr euch gut überlegen.

Was gibt es zu erleben?

Klar, Tiger und Löwen gibt es im Wildfreigehege Nöttler Berg nicht – aber ein Wildschwein aus nächster Nähe zu betrachten, hatte Sensationswert für unsere Kurzen. Während die Wildschweine und Auerochsen sowie andere Tiere mit scharfen Zähnen oder Hörnern sicher hinter Zäunen leben, gibt es für die Kinder auch ein paar Tiere zum Anfassen. Im Zaun des Ziegengeheges ist eine Öffnung, die groß genug ist für die kleinen Ziegen mit ihren ungefährlichen Stummelhörnern und zu klein für die großen mit den langen Hörnern – gut durchdacht.

Wildfreigehege Nöttler Berg

Die kleinen Ziegen gelangen durch ein Loch im Zaun zu den Besuchern.

Auch Hühner und Hahn laufen frei herum, sind aber mit dem Streicheln nicht einverstanden. Ebenfalls auf Augenhöhe der Kinder sind die Kaninchenställe angebracht, wo ihr die Nager an den eigenen Fingern schnuppern lassen könnt.

Wildfreigehege Nöttler Berg

Auf Augenhöhe sind die Kaninchenställe.

Für einen Euro bekommt ihr am Automaten eine ansehnliche Tüte Wildtierfutter und könnt es auf die Tiere verteilen, die ihr gerne näher an den Zaun locken möchtet.

Der Spielplatz in der Mitte des Wildfreigeheges Nöttler Berg ist mit Schaukeln, Wippen, Rutsche etc. ausgestattet und mit Bänken fürs Picknick. Das Karussell läuft für 50 Cent ein paar Runden – oder mit Muskelkraft.

Wie lange kann man bleiben und was solltet ihr mitnehmen?

Die Eintrittskarten löst man für den gesamten Tag. Das Wildfreigehege Nöttler Berg ist übersichtlich, sodass ihr die Kinder ab einem gewissen Alter auch einfach laufen lassen könnt. Nach zwei, drei Stunden, vielleicht vier, ist aber wahrscheinlich alles einmal angeguckt und ausprobiert worden.

Wildfreigehege Nöttler Berg

In sicherem Abstand zu den kräftigen Schnäbeln betrachten die Kinder die Gänse.

Für die Eltern gibt es im Aufenthaltsraum einen Kaffeeautomaten, ansonsten ist Selbstverpflegung angesagt. Toiletten und Wickelplatz gibt es; bei Regen ist im Aufenthaltsraum genug Platz zum Unterstellen. Hunde sind erlaubt – an der Leine!

Kinderwagen solltet ihr im Auto lassen, wenn es geht, denn sie lassen sich nur schwer über den wurzeldurchzogenen Boden schieben. Außerdem ist das Wildfreigehege Nöttler Berg wie gesagt klein genug, damit auch kurze Beine alle Wege schaffen. Die Parkplätze sind direkt vor dem Eingang den Waldweg entlang.

Ist der Preis angemessen?

Erwachsene zahlen 4,50 Euro, Kinder ab drei Jahren sowie Schüler, Studenten, Rentner und Invaliden mit Ausweis 2,50 Euro. Der Preis ist angemessen.

Wildfreigehege Nöttler Berg

Der Eintrittspreis ist dem Erlebnis angemessen.

Das Ponyreiten kostet 2,50 Euro pro Kind extra für 15 Minuten Reiten in den Sommermonaten.

Was sollte ich über das Ponyreiten im Wildfreigehege Nöttler Berg wissen?

Die Viertelstunde Ponyreiten kann für eure Kinder durchaus ein schönes Erlebnis werden, wenn ihr ein paar Punkte beachtet:

  1. Wenn ihr die Karte am Eingang löst, sagt euch niemand, dass ihr selbst das Pony führen werdet. Das steht auch nirgendwo. Lediglich am Zaun vor der Ponybahn steht „Ponyreiten auf eigene Gefahr“ – aber ich dachte, das beziehe sich auf eventuelle Versicherungsleistungen, wenn ein Kind vom Pferd fällt.
  2. Da ihr das Pony selbst führt und dafür vor ihm hergehen müsst, könnt ihr nicht gleichzeitig neben dem Pony gehen und euer Kind festhalten. Sättel gibt es nicht; setzt euer Kind also erst aufs Pony, wenn seine Beine lang genug sind, dass es sich selbst im Gleichgewicht halten kann auf dem glatten, schwankenden Ponyrücken. Oder nehmt eine zweite Person mit, die euer Kind stützt.
  3. Erwartet keine kompetenten Ansprechpartner: Der Herr an der Kasse sagte explizit: „Ich bin nicht verantwortlich“, nannte aber auch keinen verantwortlichen Ansprechpartner. Wir trafen auf der Ponybahn auf zwei minderjährige Mädchen von ca. 14 Jahren, die das Ponyreiten als Ferienjob betreuten. Das eine war durchaus kompetent, was sich auch darin zeigte, dass die Ponys taten, was es wollte. Die Körpersprache des anderen Mädchens sagte mir, dass es sich mit den Ponys nicht wohlfühlte und überfordert war. Entsprechend unsicher verhielten sich auch die Tiere und folgten nicht.
  4. Erwartet am Nachmittag keine motivierten, folgsamen Ponys. Die Tiere laufen den ganzen Tag ihre Runden und anscheinend achtet keiner darauf, dass sie regelmäßig pausieren. „Das Pony ist die letzten fünf Runden am Stück gelaufen, das ist müde“, sagte das eine Mädchen auf die Frage, warum denn das Pferd so bockig sei. Für die sensiblen Tiere ist es stressig, wenn ständig andere Menschen an ihnen herumzerren, die den Umgang mit Ponys nicht erlernt haben, selbst unsicher sind oder vielleicht sogar Angst vor Hufen und Zähnen haben. Die Tiere sind es gewohnt, einem Leittier mit innerer Stärke und Führungskompetenz zu folgen. Erkennen sie, dass der Mensch, der es führen will, innerlich unsicher ist, bekommen sie Angst und verweigern sich. Nicht umsonst werden diese Tiere in Führungskräftetrainings eingesetzt: Sie lassen sich nicht täuschen, sondern spüren, ob sie sich unserer Leitung anvertrauen können oder nicht.
  5. Wenn ihr also unsicher seid, ob ihr mit einem müden, fremden Pony umgehen könnt, dann lasst es lieber – denn auch euer Kind merkt schnell, wenn ihr euch unsicher fühlt, und bekommt im schlimmsten Fall selbst Angst.
Wildfreigehege Nöttler Berg

So stelle ich mir Ponyreiten für Kinder vor: mit Sattel, Helm und kompetenter Führung. (Quelle: sharonj auf pixabay)